DIE KUNST DER FUGE
„Bach ist der größte Komponist aller Zeiten und Die Kunst der Fuge ist wahrscheinlich sein
größtes Werk. Darüber zu schreiben ist verlorene Müh. Nina Stoelting ist es gelungen, dieses
Weltwunder mit ganz anderen Mitteln zu interpretieren. Ihre Malerei ist keine Übertragung, ihre Bilder
lassen sich von der Musik inspirieren. So entsteht eine visualisierte Darstellung der Polyphonie.
Meine Hochachtung!“
Sir András Schiff
Inspiriert durch persönliche Erlebnisse und den Einfluss von Sir András Schiff entstand innerhalb von zwei Jahren dieser komplexer Zyklus von großformatigen Leinwänden über eines der Hauptwerke Johann Sebastian Bachs. Die Kunst der Fuge ist eine Reihe von Kompositionen über ein bestimmtes musikalisches Thema. Sie besteht aus 14 “Contrapunctus” genannten Fugen (und vier Kanons, die jedoch nicht Teil der malerischen Auseinandersetung sind). Jedem Contrapunctus ist ein Bild gewidmet, das in Ausdruck und Duktus analog zur Entwicklung des Fugenthemas variiert. Der Zyklus gliedert sich in einzelne Gruppen: die Einfachen Fugen, die Gegenfugen, die Doppel- und Trippelfugen, die Spiegelfugen und das Fugenfragment.
Jedem Bild geht eine gedankliche Auseinandersetzung voraus, doch erfolgt beim Hören während des langwierigen Schaffensprozesses ein intuitives Erfassen. Es erweckt eine tänzerische Assoziation, die auf die “Pinsel” übertragen wird. Diese bestehen aus sorgfältig ausgesuchten Pflanzen, welche es mit Hilfe ihrer einzigartigen Strukturen erlauben, Farbklänge, Rhythmus und Ausdruck malerisch zu transformieren. Schicht für Schicht entstehen so synästhetische Kompositionen, die Klangräume in Bildräume übersetzen.
Geprägt von der barocken, polyphonen Musik unterscheidet sich der Bildzyklus formal von den bislang enstandenen Werken der Bildreihe Capriccio, deren Schwerpunkt auf Streichquartetten der Wiener Klassik bis zur Spätromantik liegt.
Vom 2. März bis 12. April 2026 wird die komplette Werkreihe im Casals Forum der Kronberg Academy präsentiert.